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Konzert zum 9. November 2025


Wie in jedem Jahr seit 2014 hat der Trägerverein des Henri-Goldstein-Haus wieder ein Konzert zum geschichtsträchtigen 9. November organisiert. Auf der Bühne des Artur-Grenz-Saals in Quickborn standen am 8.11.2025 die Musiker Iko Andrae, Eckhard Harjes und Andreas Bahlmann aus Oldenburg mit ihrem Programm, dem "Grenzgänger-Projekt".


In ihren Liedern und Texten trugen die Musiker sehr berührenden Erinnerungen an Menschen vor, die unter dem Nazi-System gelitten haben. Das Grenzgänger-Projekt ist ein Konzertprogramm mit Songs, Texten und Stories zum Leben und Wirken des letzten in der nordwestdeutschen Kleinstadt Jever lebenden Juden Fritz Levy und dem niederdeutsch schreibenden Schriftsteller Oswald Andrae. Es geht in dem Programm um Verfolgung, Flucht, Rückkehr, Vertreibung und um die Widerstände bei der Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit einer Kleinstadt.

Neben den beiden Protagonisten gibt es noch weitere mutige Menschen aus der Region im Nordwesten, die in Songs und Erzählungen eine wichtige Rolle spielen, so zum Beispiel die Oldenburger Sinti-Familie Schwarz, die mit ihren Wohnwagen in Jever lebte, als Fritz Levy Anfang der 50er Jahre aus dem Exil zurückkam, oder Eva Hirche, die sich mit ihrer jüdischen Mutter auf dem Dachboden des Kinos in Jever versteckte und später auch bei Quickborn mutige Menschen fand, die sie schützten.



Sonderöffnung am Tag des Offenen Denkmals

Am 14.09., dem Tag des Offenen Denkmals, ist das Henri-Goldstein-Haus in der Zeit von 11-17 h geöffnet.



Gedenkstättenfahrt des Elsenseegymnasiums nach Auschwitz 8.-12.6.2025

Die Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus in Quickborn bietet Schulen in Quickborn und dem Kreis Pinneberg seit 2022 Workshops zur lokalen NS-Geschichte an. Im Rahmen einer Kooperation unterstützte nun der Träger- und Förderverein eine Fahrt von Schülerinnen und Schülern des Elsensee-Gymnasiums zu den Gedenkstätten in Auschwitz, indem er Fördermittel vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) und der Bürgerstiftung der VR Bank in Holstein einwarb.


Die 5-tägige Gedenkstättenfahrt von über dreißig Schülerinnen und Schülern der Oberstufe, die Pfingstsonntag am späten Abend startete, wurde von zwei Lehrern des Elsenseegymnasiums und der gedenkstättenpädagogischen Fachkraft des Vereins, der Historikerin Amelie Berking, begleitet. Hauptziel der Fahrt waren das Stammlager Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, aber auch das jüdische Viertel in Krakau und das Schindler-Museum wurden mittels Führungen erkundet.

 

In einer Präsentationsveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit am Donnerstag, den 26. Juni 2025, die mit einleitenden Worten des Geschichtslehrers Reimund Bauer und der Begrüßung durch den Leiter des Elsensee-Gymnasiums, Herrn Michael Bülck sowie Grußworten des 1. Vorsitzenden des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V., Jens-Olaf Nuckel, begann, berichteten die Schülerinnen und Schüler anhand selbst gewählter Fotos von ihren Eindrücken und Gedanken.


Bevor sie sich abschließend an Fotostellwänden den Fragen der Besucher und Gesprächen widmeten, wurde ein filmischer Reisebericht des Abiturienten Barne Hippler gezeigt, der seine Filmsequenzen mit jüdischer Musik hinterlegt hatte und die deshalb sehr eindringlich wirkte. 

Die Besucher spürten, wie nachhaltig die Schülerinnen und Schüler der Aufenthalt an diesen authentischen Orten des Grauens und das dort Gesehene bewegt hatte. Während sie das Stammlager Auschwitz aufgrund des hohen Besucherandrangs eher als touristisch geprägt wahrnahmen, waren sie vom Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und seinen Ausmaßen und noch vorhanden Anlagen sehr ergriffen. Viele Berichte bezogen sich auf das dort Erlebte, das sie während der Fahrt in allabendlichen Gesprächsrunden aufarbeiteten. Die Schülerinnen und Schüler begrüßten es, dass sie nicht in Auschwitz selbst, sondern in Krakau untergebracht waren, weil sie dadurch einfacher Abstand zu den vielfach bedrückenden Eindrücken des Tages gewinnen konnten.



NEU: Sonntagsöffnungen für die Öffentlichkeit im Henri-Goldstein-Haus


Endlich ist es soweit, wir können das Henri-Goldstein-Haus für die Öffentlichkeit öffnen. Ab dem 04. Mai 2025 beginnen wir mit unseren Sonntagsöffnungen. Jeweils am 1. und am 3. Sonntag des Monats in der Zeit von 13-17 Uhr können Besucherinnen und Besucher das Henri-Goldstein-Haus besichtigen.


Als besondere Attraktion ist mit der AG Torfbahn verabredet, dass die Torfbahn Besucher und Besucherinnen des Henri-Goldstein-Hauses an der Weiche zum Betriebshof aussteigen lässt, wo sie über einen gekennzeichneten Weg zur Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus gehen. Natürlich ist ein Besuch auch ohne Nutzung der Torfbahn möglich.


Unsere Öffnungszeiten für 2025 (jeweils von 13 - 17 Uhr)

4. und 18. Mai / 1. und 15. Juni / 6. und 20. Juli / 3. und 17. Aug. / 7. und 21. Sept.




VERANSTALTUNGEN ZUM 80. JAHRESTAG DES ENDE DES ZWEITEN WELTKRIEGES


In den Tagen um den 8. Mai veranstalteten viele Gedenkstätten eigene öffentliche Veranstaltungen.

Hauptveranstaltung der Gedenkstätte Henri-Goldstein-Haus war eine Vortragsveranstaltung mit dem Thema
80 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges  im Rahmen der Veranstaltungsreihe Initiativkreis Gedenktag 8. Mai in Schleswig-Holstein
am 4.5.2025 um 17 Uhr im Artur-Grenz-Saal in Quickborn.


Nach Grußworten von Bürgermeister Thomas Beckmann gab Prof. Dr. Karl Heinrich Pohl eine Einführung in das Kriegsende. Am 4. Mai 1945, genau vor 80 Jahren, erreichten die bri­ti­schen Trup­pen Quickborn. Die Stadt ergab sich kampflos. Über das Lagerleben der Kriegsgefangenen im Himmelmoor und deren Befreiung referierte der Historiker Dr. Karsten Wilke. Musikalisch umrahmt wurde die gut besuchte Veranstaltung von der Musikschule Quickborn, die mit Johanne Jensen (Gesang), Andreas Hamborg (Violoncello) und Anna Milewska (Klavier) drei Kompositionen unter Leitung von Lorenz Jensen präsentierte.


Im Vorfeld zum 8. Mai legten Mitglieder des Henri-Goldstein-Haus Blumen auf den Gräbern der im Himmelmoor verstorbenen russischen Häftlinge nieder und auch an der Stele für Paul Warnecke. Und nicht zuletzt glänzten pünktlich zum 8. Mai die acht Quickborner Stolpersteine für die Quickborner Opfer des Nationalsozialismus.



Große Ehre für Jens-Olaf Nuckel

 

Jedes Jahr können drei Personen aus dem Kreis Pinneberg mit dem Eintrag in das Bürgerbuch des Kreises Pinneberg geehrt werden. Das sind „Einzelpersonen, die sich durch außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement im Kreis Pinneberg auszeichnen.“


In diesem Jahr wurde Jens-Olaf Nuckel diese Ehre für sein jahrzehntelanges Engagement zur Erinnerung an die Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus und als Mitinitiator der Gedenkstätte „Henri-Goldstein-Haus“ im Quickborner Himmelmoor zuteil.


Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Ehepaar Franziska und Dan Zelck für ihr außergewöhnliches Engagement für den Erhalt und Betrieb der Quickborner Torfbahn im Himmelmoor.


Außerdem wurde der Pinneberger Andreas Witten für seine vielfältigen Aktivitäten auf dem Gebiet des Inklusiv-Sports für Menschen mit Behinderungen in das Bürgerbuch eingetragen.


Allen Geehrten gratulieren wir ganz herzlich und wünschen, dass ihr tolles Engagement ansteckend für andere Menschen sei.


16. - 27. Jan. 2025 Ausstellung im Dietrich Bonhoeffer Gymnasium Quickborn


Der Trägerverein Henri-Goldstein-Haus hat eine Wanderausstellung aus Bergen-Belsen übernommen, die wir in der Zeit vom 16. bis 27. Januar in den Räumen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zeigen.

Es handelt sich dabei um Lebensläufe bzw. um die Überlebensgeschichte von Shaul Ladany, die bemerkenswert deutlich sein Leben dokumentiert. Er ist einer der wenigen Menschen, die den KZ-Aufenthalt in Bergen-Belsen überlebt haben.

 

Lebensläufe. Verfolgung und Überleben im Spiegel der Sammlung von Shaul Ladany


Im Alter von acht Jahren wurde Shaul Ladany 1944 mit seiner Familie aus Ungarn in das KZ Bergen-Belsen deportiert. Er gehörte zu den wenigen jüdischen Häftlingen, die aufgrund von Verhandlungen ungarischer und schweizerischer jüdischer Organisationen mit der SS gerettet wurden und im Dezember 1944 in die Schweiz ausreisen durften. Später wanderte Shaul Ladany nach Israel aus und wurde ein bekannter Wissenschaftler und Sportler. Als Geher nahm er an den Olympischen Spielen in München teil und überlebte den Anschlag der palästinensischen Terrorgruppe auf die israelische Mannschaft am 5. September 1972.


Shaul Ladany verfügt über eine große Sammlung von Originaldokumenten zu seiner Verfolgung im Nationalsozialismus. Ergänzt um Informationen zur deutschen Besatzungsherrschaft in Serbien und in Ungarn sowie zu den Rettungsbemühungen des ungarischen Zionisten Rudolf Kasztner und zum Neuanfang der Überlebenden im neu gegründeten Staat Israel werden diese Dokumente erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Wir freuen uns sehr, dass wir diese Ausstellung in den Räumen des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums präsentieren können.

Besuch ist zu den üblichen Schulzeiten möglich. Der Eintritt ist frei.


9. Nov. 2024 Aufführung Theater Axensprung

 "RUIN Weimar - Die geschasste Republik - Ein Schauspiel"

Unser 10. Jahreskonzert zum 9. November war ein außergewöhnliches Erlebnis. Vor sehr gut besuchtem Haus präsentierte das Axensprung-Theater im Artur-Grenz-Saal in Quickborn sein hochaktuelles Stück über den Verfall der Weimarer Republik und den damit beginnenden Aufstieg der Nationalsozialisten.


Mit erschreckender Deutlichkeit wurde allen Besucherinnen und Besuchern vor Augen geführt, wie sich die dramatischen Ereignisse am Ende der Weimarer Republik heute zu wiederholen scheinen. Die Beklemmung im Saal war mit Händen zu greifen. Am Ende stand die fast verzweifelte Frage im Raum "Kann nicht eine Generation von der anderen lernen. Muss wirklich jede Generation alles wieder neu erleben, bevor wir etwas aus der Geschichte lernen?"




8. Sep. 2024 Tag des offenen Denkmals


Der diesjährige Tag des offenen Denkmals war für das Henri-Goldstein-Haus ein großer Erfolg. Ungewöhnlich viele Besucher und Besucherinnen kamen zu den vielfältigen Aktionen, mit denen sich der Himmelmoorverein, die AG Torfbahn und das Henri-Goldstein-Haus zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals präsentierten.


Für das Henri-Goldstein-Haus war es darüber hinaus noch aus einem anderen Grund ein großer Tag: Pünktlich zum 8. September konnten die Arbeiten zur Konservierung der äußeren Hülle des Gebäudes abgeschlossen werden. Die Arbeiten am Dach, den Fenstern, den Außenmauern und teilweise auch maroden Fußböden waren abgeschlossen, die Bauzäune entfernt und das Gebäude konnte wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 


Dieses Ereignis wurde mit einer Feierstunde in Anwesenheit von Vertretern der Sponsoren, der Politik, der anderen Himmelmoorvereine und der Mitglieder des Trägervereins würdevoll gefeiert. Mit dem Durchschneiden des Roten Bandes erreichte das Henri-Goldstein-Haus einen neuen Status auf dem Weg zu einer voll funktionsfähigen Gedenkstätte. Jetzt folgen die Arbeiten für den Innenbereich, der Aufbau einer Dauerausstellung und die Planung von dauerhaften Öffnungszeiten.


Wir danken allen Sponsoren für die große Unterstützung, die wir bisher erfahren haben und verbinden damit natürlich die Hoffnung auf weiteres Engagement, denn auch die Aufgaben der Zukunft werden trotz aller Ehrenamtlichkeit Geld kosten.

Die Sponsoren vor dem frisch konservierten Gebäude: 1. Reihe von links: Wolfgang Grandinger von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz, Bürgermeister Thomas Beckmann, die Vorsitzende der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten Marlies Fritzen, MdB Dr. Ralf Stegner, Antje Metzner von der Unteren Denkmalschutzbehörde, Dr. Philip Seifert als Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege und in der 2. Reihe die beiden Architekten, die mit viel persönlichem Einsatz das Projekt ermöglicht haben: ganz links Jens-Olaf Nuckel und ganz rechts Inga Nuckel von Nuckel-Architekten.

17.05.2024 Jahreshauptversammlung Henri-Goldstein-Haus


Am 17.05.2024 um 17 Uhr findet die Jahreshauptversammlung des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V. statt. Wenn das Wetter es erlaubt, vor der Gedenkstätte unter freiem Himmel.
 

 Es stehen u.a. Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Erfreulicherweise stellt sich der jetzige Vorstand zur Wiederwahl. Berichtet wird über den Stand der Forschungsarbeit unseres Historikers Dr. Karsten Wilke, der aktuell eine Publikation zur Zwangsarbeit im Moor erarbeitet. Weiterhin werden wir über den Stand und die Planung der anstehenden Gebäudesanierung berichten.

8. Mai 2024 Filmvorführung im Artur-Grenz-Saal Quickborn


In diesem Jahr beteiligt sich das Henri-Goldstein-Haus gemeinsam mit der KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen an den Aktionen zum 8. Mai.


Wir zeigen die beiden Filme

"Licht aus - Spot an für Georg Richter" (den Vater von Ilja Richter) ca. 20 Minuten 

"Erinnerungen eines Häftlings - Pierre Vignes", ca. 13 Minuten


Georg Richter und Pierre Vignes waren Insassen des KZ-Außenlagers Kaltenkirchen in Springhirsch. Die Filme zeigen das Schicksal der beiden Gefangenen im KZ und in der Nachkriegszeit sowohl aus der Perspektive der ehemaligen Häftlinge als auch der Nachkommen. Wir haben den Historiker Thomas Käpernik, der die Entwicklung dieser Filme massgeblich begleitet hat, für eine Vorstellung der Filme einschl. einer anschliessenden Diskussion gewinnen können. 
 
Die Vorführung findet am 08. Mai 2024 um 17 Uhr im Artur-Grenz-Saal der Stadt Quickborn, Am Freibad 4 statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind natürlich erwünscht.

Mitgliederversammlung der LAGSH in Quickborn


Die Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V. (LAGSH) hat vor Kurzem einen neuen Vorstand erhalten und deshalb beschlossen, ihre offiziellen Termine möglichst in den von ihr betreuten Gedenkstätten und Erinnerungsorten abzuhalten. Aus diesem Grund hat sie ihre diesjährige Mitgliederversammlung auf Einladung des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V. am 27.04.2024 in der Mensa der Comeniusschule in Quickborn abgehalten.


Wir freuen uns, dass die LAGSH unser Angebot angenommen hat, bei uns in Quickborn zu tagen und sich über das Henri-Goldstein-Haus und die dort anstehenden Planungen zu informieren. Nach einer Einführungsrede von Jens-Olaf Nuckel standen eine Torfbahnfahrt und die Besichtigung des Henri-Goldstein-Hauses an. Anschließend fand dann die eigentliche Mitgliederversammlung der LAGSH statt.

Zuwendungsbescheid des Bundes erhalten


Der 2. April 2024 war ein besonders wichtiger Tag in der jungen Geschichte des Henri-Goldstein-Hauses. Staatssekretär Guido Wendt vom Kultusministerium Schleswig-Holstein überreichte den langersehnten Zuwendungsbescheid der Bundesrepublik Deutschland über 130.000 € an den Vorsitzenden des Träger- und Fördervereins Jens-Olaf Nuckel.
 
Mit diesem Bescheid werden nun auch die bereits vorliegenden Bescheide des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von 130.000 € aus dem Jahre 2022 und die Zuwendung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 25.000 € wirksam und dürfen ab diesem Moment für die Sanierung des Gebäudes „Henri-Goldstein-Haus“ verwendet werden.
 
Jens-Olaf Nuckel bedankte sich bei allen Sponsoren und erläuterte die Maßnahmen, die für die Sanierung des Gebäudes vorgesehen sind. Dabei geht es in erster Linie darum, das Gebäude wetterfest zu machen, d.h. das Dach zu erneuern und die Fenster zu sanieren. Dabei wird streng darauf geachtet, dass der Originalcharakter des Gebäudes erhalten bleibt.


Mit dem Baubeginn rechnen wir bereits im Mai 2024. Während der Bauarbeiten kann es zu Einschränkungen für Besucherinnen und Besucher kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Teilnahme am Aktionstag "Schule ohne Rassismus"


Am 26.03.2024 haben wir am Aktionstag der Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassimus, Schule mit Courage“ der beruflichen Schule des Kreises Pinneberg mit einem Informationsstand teilgenommen.
Wir waren beeindruckt von dem lebhaften Interesse der vielen Schülerinnen und Schüler, die sich an den Infoständen der unterschiedlichen teilnehmenden Vereine mit dem Thema Rassismus und Zivilcourage auseinandergesetzt haben. Dank an die Organisatoren, wir nehmen gerne wieder teil.

Aufbau eines Archivs


Im Moment sind wir mit der Renovierung und Einrichtung eines Büros im ehemaligen Gefangenenhaus (Himmelmoorstr. 6) beschäftigt. Dazu gehört auch der Aufbau eines Archivs und einer Bibliothek, die sich thematisch hauptsächlich mit der NS-Zeit beschäftigt. Für den Anfang haben wir schon zwei großzügige Bücherspenden erhalten. Der Grundstock ist also gelegt.

Wir haben jetzt ein Büro


Das Henri-Goldstein-Haus befindet sich im Originalzustand von 1937 und wie zu Zeiten der Gefangenen 1943-1945. Das heißt, es ist kalt und man kann sich nicht lange darin aufhalten. Deshalb freuen wir uns über den Mietvertrag mit der Stadt Quickborn, der uns jetzt im benachbarten ehemaligen Gefangenenhaus einen Raum als Büro erlaubt. Hier können unsere beiden Guides an ihren Workshops für Schulen arbeiten und wir können hier tagen und vor allem eine Bibliothek zur Geschichte des Lagers im Himmelmoor aufbauen.

10. Sep. 2023 Tag des offenen Denkmals mit Einweihung des neugestalteten Vorplatzes

In Quickborn öffnen auf dem ehemaligen Betriebshof des Torfwerks am Himmelmoor die im Aufbau befindliche Gedenkstätte ‚Henri-Goldstein-Haus‘ und die Werkstatt der Torfbahn mit dazugehöriger Nissenhütte von 11 bis 17 Uhr ihre Türen.


Das Henri-Goldstein-Haus und die Nissenhütte sind Teil des historischen Gebäudeensembles, das noch weitgehend im Originalzustand besteht. Sie stellen zusammen mit der Torfbahn einen einzigartigen Kulturschatz in Schleswig-Holstein und der Metropolregion Hamburg dar. Erstmals kann die Neugestaltung des Platzes zwischen den Gebäuden bewundert werden. Er wurde mit Fördermitteln der Aktivregion Holsteiner Auenland, finanzieller Unterstützung der Stadt Quickborn und Spenden sowie einem großen ehrenamtlichen Arbeitseinsatz in den historischen Kontext zurückversetzt.


Dazu wurden neuzeitliche Schutzdächer zurückgebaut und ein neuer Belag aufgebracht. Der alte Gleisverlauf der Torfbahn zwischen den Gebäuden wurde auf der Basis von Ausgrabungen und alten Bildern wiederhergestellt. Auch Teile des ehemaligen Gefangenenzauns wurden wieder sichtbar gemacht und stellenweise neu errichtet. Der Bereich ist nun auch für mobilitätseingeschränkte Personen bei allen Wetterlagen begehbar.


Das an den Platz grenzende Henri-Goldstein-Haus wurde 1936 zur Erhöhung der Anzahl der Arbeiter zum Torfabbau gebaut. Hier waren zunächst Strafgefangene aus Gefängnissen und von 1942 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 jüdische Kriegsgefangene überwiegend aus Frankreich untergebracht.


Mitglieder des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus Quickborn e.V. erläutern die einzelnen Räume und die Lebensbedingungen der jüdischen Kriegsgefangenen. Die Nissenhütte ist die einzige noch am ursprünglichen Standort vorhandene Nissenhütte im authentischen Erscheinungsbild. Sie wurde in der Nachkriegszeit an die schon 1915 errichtete ehemalige Schmiede angebaut und war die Werkstatt des Torfwerks. Mit ihrer unveränderten technischen Ausstattung dient sie noch heute der Wartung und Instandsetzung der verschiedenen Lokomotiven und Gerätschaften, von denen einige auf dem Betriebshof zu bewundern sind.


Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Torfbahn Himmelmoor e. V. erklären gerne die historische Ausstattung und ihre aktuelle Arbeit. Gäste mit Oldtimern dürfen nach vorheriger Absprache mit den Mitgliedern der Torfbahn auf dem Betriebshof parken. Die Arbeitsgemeinschaft Torfbahn Himmelmoor e. V. bietet zudem einen Schuttlebetrieb zwischen dem Parkplatz am Himmelmoor in der Himmelmoorchaussee 61, wo auch das Torfwerk seine Tore öffnet und von Mitgliedern des Fördervereins Himmelmoor e.V. erläutert wird, und dem Betriebshof in der Himmelmoorstraße 4 an. Der Eintritt in die Gebäude ist frei. Für die Shuttlezüge können Tageskarten zum Preis von 2 Euro am Zug erworben werden.

22. Aug. 2023 Historikertreffen - Neue Forschungsergebnisse

In der vergangenen Woche trafen sich die mit der Geschichte des Henri-Goldstein-Hauses befassten Historiker und Historikerinnen zu einem Arbeitstreffen in Quickborn. Gekommen waren Dr. Christophe Woehrle aus Frankreich, Dr. Janine Doerry vom wissenschaftlichen Beirat des Vereins, Dr. Karsten Wilke, der im Auftrage des Henri-Goldstein-Hauses derzeit eine umfangreiche Darstellung der Geschichte der Zwangsarbeit im Quickborner Himmelmoor verfasst, Amelie Berking, eine unserer beiden gedenkstättenpädagogischen Mitarbeiterinnen, Matthias Fischer-Willwater, der den Verein schon lange mit seinen Forschungsergebnissen begleitet und natürlich der Vorstand des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus. 


Auslöser des Treffens war das Angebot von Herrn Dr. Woehrle, uns seine Forschungsergebnisse aus den vergangenen Jahren zu den jüdischen Kriegsgefangenen aus Frankreich vorzustellen, die hier im Quickborner Himmelmoor, im Arbeitskommando 1416, dem heutigen Henri-Goldstein-Haus, untergebracht waren. Im Anschluss an den Vortrag waren sich die anwesenden Fachleute und der Vorstand einig, dass es sich hierbei um einen hervorragenden wissenschaftlichen Fundus zur Geschichte der Häftlinge im Henri-Goldstein-Haus handelt, den der Verein gerne übernehmen würde und so wurde schnell eine Verständigung über den Ankauf dieser Daten erreicht. Jetzt geht es darum, Sponsoren für dieses wichtige Projekt zu finden.


Als Geschenk brachte Dr. Woehrle eine Kopie der sog. "Böhner-Liste" in Originalgröße mit, auf der die Namen, Beruf, Geburtsdatum und weitere Informationen von 48 der insgesamt 53 Kriegsgefangenen im Henri-Goldstein-Haus verzeichnet sind. Sie war dem Verein vor ca. 3 Jahren zum Kauf angeboten worden, ging dann aber an das Musée Mémorial Walbourg 1870-1945 im Elsass. Diese Liste sowie eine weitere, die der Rabbiner Ernest Gugenheim aufgestellt hatte, der zu den Gefangenen im Henri-Goldstein-Haus gehörte, sind elementare Bestandteile der Forschung zu den Schicksalen der Insassen des Henri-Goldstein-Hauses. Der Besuch war eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm und dem Wunsch, dieses Treffen in Zukunft zu wiederholen.

von links: Dr. Karsten Wilke, Renate Hensel, Amelie Berking, Christiana (Christel) Lefebvre, Dr. Janine Doerry, Jens-Olaf Nuckel, Gisela Maier, Harald Maniezki, Enno Hasbargen, Matthias-Fischer-Willwater und Dr. Christophe Woehrle.




Übergabe einer Kopie der sog. Böhner-Liste durch Dr. Christophe Woehrle an den Vorsitzenden Jens-Olaf Nuckel